Abstract
Emanzipatorischer Essentialismus. Die Gerechtigkeitstheorie
der amerikanischen Philosophin Martha C. Nussbaum
Ein Grundproblem gerade der neueren, auf Orientierungsprobleme hochgradig individualisierter Gesellschaften zugeschnittenen ethischen Diskurse ergibt sich aus der Frage nach dem angemessenen Verhältnis von Gerechtigkeit und Differenz. Von dieser Problemstellung ausgehend möchte Kunze die Gerechtigkeitstheorie der amerikanischen, dem aristotelisch-essentialistischen Lager zugerechneten Philosophin M. Nussbaum vorstellen. Ihr Ansatz stelle eine überzeugende Synthese von einer material orientierten Gerechtigkeitstheorie und liberaler Tradition dar, der um eine Ausbalancierung des Verhältnisses von Universalismus und Partikularismus in der Ethik bemüht sei. Dabei erweise sich - wie der Autor hervorhebt - Nussbaums Essentialismus für eine theologische Ethik zumal in Fragen einer Lebensformen- Sexualethik als anschlussfähig. MIR
ZPol-Nr. 29327, 4/06, Rubrik 5.46, Seite 1641
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