Frank, Matthias
Ausbreitungswege und Diagnostik der Chagas-Krankheit in nichtendemischen Gebieten
Unter besonderer Berücksichtigung der kDNA PCR für den Nachweis der kongenitalen Infektion
Reihe:
Akademische Abhandlung zur Medizin
ISBN: 3-930324-77-6
1996
Preis: 36.90 €
120 Seiten
Abstract
In Südamerika sind 16-18 Millionen Menschen mit Trypanosoma cruzi, dem Erreger der Chagas-Krankheit, infiziert.
Überträger von Trypanosoma sind Insekten des genus Triatoma. Diese Insekten leben in den Wänden und Dächern von Hütten in ländlichen Regionen. Infolgedessen galt die Chagas-Krankheit lange als rein ländliches Gesundheitsproblem.
Die Chagas-Krankheit breitet sich jedoch durch Migration in nichtendemische Gebiete aus. In nichtendemischen Gebieten kommt es durch Bluttransfusionen und durch die kongenitale Übertragung zu Neuerkrankungen.
In diesem Band werden zwei Aspekte der Chagas-Krankheit in nichtendemischen Gebieten untersucht:
- Kommt die chronische Trypanosoma cruzi-Infektion bei in Deutschland lebenden Lateinamerikanern vor?
- Ist die Minicircle kDNA PCR zum Nachweis der akuten kongenitalen Trypanosoma cruzi-Infektion geeignet?
Hierzu wurden n Berlin 100 lateinamerikanische Immigranten mit serologischen Verfahren auf eine chronische Trypanosoma cruzi-Infektion untersucht. Bei fünf Personen waren Antikörper gegen Trypanosoma cruzi vorhanden. Die Seroprävalenz betrug somit 5%. Diese entspricht der von der WHO durchschnittlich erwarteten. Übertragen auf die 60.000 in Deutschland lebenden Lateinamerikaner würde dies 3.000 chronisch mit Trypanosoma cruzi infizierte Menschen bedeuten.
In der bolivianischen Stadt Santa Cruz wurden kurz vor der Entbindung stehende Frauen auf Antikörper gegen Trypanosoma cruzi untersucht. Die Seroprävalenz betrug 36%. Die Neugeborenen der chronisch infizierten Frauen wurden parasitologisch auf eine kongenitale Infektion untersucht. Eins der Neugeborenen wies bei Untersuchung mit der Mikromethode eine Parasitämie auf. Unter der Geburt wurde Nabelschnurblut entnommen und mit einer guanidinhaltigen Lösung vermischt. Die Guanidin Blutlysate wurden in die USA transportiert und an der Universität von New Mexico in Albuquerque ausgewertet. Es wurde festgestellt, daß mit einer kommerziellen Silikasäulen Extraktion bessere Ergebnisse als mit der in der Literatur beschriebenen Phenol Chloroform Extraktion erzielt wurden. Bei zwei Neugeborenen wurde mit der Minicircle kDNA PCR eine Infektion nachgewiesen.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß die Minicircle kDNA PCR eine größere Sensitivität beim Nachweis von Parasitämien besitzt als die Mikromethode.
Bestellung
|
webmaster@vwf.de
|