Abstract
Naturschutzbeauftragte in MV
In den vergangenen Jahren sind eine Reihe interessanter Publikationen vom Institut für Umweltgeschichte und Regionalentwicklung (IUGR) herausgegeben worden, von denen hier nur der Tagungsband "Naturschutzgebiete im 21. Jahrhundert" (14,90 Euro bei VWF) als Band 10 der Reihe "Umweltgeschichte und Umweltzukunft" erwähnt werden soll.
Mit dem "Lexikon der Naturschutzbeauftragten" sollen erstmals die Personen des Beauftragtensystems im Naturschutz im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Die Idee der Berufung von Beauftragten ist durch Hugo Conwentz 1904 in seinem Buch "Gefährdung der Naturdenkmäler und Vorschläge zu ihrer Erhaltung" erläutert worden und mit Einführung des Reichsnaturschutzgesetzes wurden ab 1937 flächendeckend in Kreisen, Bezirken und Provinzen Beauftragte berufen. Für den Raum des heutigen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern sind in Band 1 alle im Zeitraum 1936 bis 1990 Beauftragten aufgeführt, wo möglich mit kurzer Vita, Foto, Verdienste und Tätigkeiten in der Naturschutzarbeit, Auszeichnungen und Mitgliedschaften sowie einem Veröffentlichungsverzeichnis der jeweiligen Person. Umfang und Inhalt der Personenbeschreibungen sind sehr unterschiedlich, zumal sie, sofern vorhanden, entweder auf Selbstauskünften, die im Rahmen einer Umfrage erhoben wurden, oder Würdigungen (Laudationes zu Geburtstagen, Ehrungen oder Nachrufe) beruhen. Bei allen Einschränkungen, die man bei dieser Präsentationsform machen muss, ist die Akribie der Redakteure doch beachtlich. Der zweite Teil des Lexikons soll sich dem heutigen Sachsen-Anhalt widmen, der dritte Teil der Region Berlin-Brandenburg. Tom Kirschey.
Naturmagazin (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern), 1/2005, S.41. www.naturmagazin.net
"1906 wurde in Preußen die „Staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege“ gegründet. Kurz nach der Gründung wurden die ersten Kommissare für Naturdenkmalpflege berufen, die später „Beauftragte“ genannt wurden. Sie wurden auf der Ebene von Kreisen, Bezirken, Provinzen oder Ländern berufen.
Die Naturschutzbeauftragten waren lange Zeit „Schlüsselpersonen“ des Naturschutzes im Deutschen Reich, in der Bundesrepublik bis zur Verabschiedung des Bundesnaturschutzgesetzes im Jahre 1976, in der Deutschen Demokratischen Republik bis 1990. Auch heute noch geben Landesnaturschutzgesetze die Möglichkeit, Naturschutzbeauftragte zu berufen.
Im vorliegenden Band werden alle Kreis-, Bezirks-, Provinz- oder Landes-Naturschutzbeauftragten vorgestellt, die seit Beginn des Beauftragtenwesens auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern ehrenamtlich tätig waren oder es noch sind.
Das Institut für Umweltgeschichte und Regionalentwicklung e.V. (IUGR e.V.) an der Fachhochschule Neubrandenburg arbeitet seit 1991 zur Geschichte des Natur- und Umweltschutzes in der DDR und den neuen Bundesländern (nähere Informationen unter www.iugr.net).
Das Lexikon der Naturschutzbeauftragten wurde von Hermann Behrens bearbeitet. Er ist ehrenamtlich Geschäftsführer des IUGR e.V. und lehrt an der Fachhochschule Neubrandenburg im Studiengang Landschaftsarchitektur und Umweltplanung in den Fachgebieten Landschaftsplanung und Planung im ländlichen Raum."
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