Deinhammer, Robert
Ratio und Recht
Konturen einer transzendentalpragmatisch orientierten Interpretation von § 16 des österreichischen Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches als Beitrag zur normativen Rechtsethik
Reihe: Akademische Abhandlung zur Philosophie
ISBN 978-3-89700-370-5
2002
Preis: 19,90 €
95 Seiten
Abstract
"§ 16 des österreichischen Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB) ist eine Zentralnorm der geltenden Rechtsordnung und beansprucht einen umfassenden Schutz der menschlichen Person. Was ist der rechtsethische Geltungsgrund und das rationale Fundament dieser Bestimmung? Kann ihr Inhalt als vernünftiges und insofern „richtiges“ Recht qualifiziert werden? Die vorliegende rechtsphilosophische Studie unternimmt eine transzendentalpragmatisch orientierte Interpretation von § 16 ABGB mitsamt den dazu notwendigen dogmatisch-rechtshistorisch, ethischen und rechtstheoretischen Vergewisserungen. Auf diesem Wege werden fundamentale und allgemeingültige Strukturen des Rechts und der Rechtsgeltung freigelegt und die Möglichkeiten einer transpositiven Rechtsbegründung skizziert. Es wird der wesentliche Zusammenhang zwischen kommunikativer, ethischer und rechtsethischer Rationalität rekonstruiert.
Der erste Teil der Arbeit verfährt (privat-)rechtswissenschaftlich und hat die skizzenhafte Vergegenwärtigung von Inhalt und Zweck von § 16 ABGB – und damit zugleich der Stellung der Person in Recht und Rechtsordnung – zum Ziel. Er untergliedert sich in eine rechtshistorische und eine rechtsdogmatische Darstellung.
Im zweiten Teil geht es um eine philosophisch-ethische Grundlegung, die das Instrumentarium mit Blick auf die Analyse und Interpretation von § 16 ABGB bereitstellen soll und in einer Diskussion der Transzendentalpragmatik, ihrer Rolle im Kontext der Gegenwartsphilosophie und vor allem ihres Normenbegründungsmodells besteht. Dabei kommen neben Karl-Otto Apel auch andere Proponenten zu Wort.
Der dritte Abschnitt widmet sich einer rechtstheoretischen Orientierung, die das Verhältnis von Recht und Moral zum Gegenstand hat. Nach der kritischen Darstellung ausgewählter und repräsentativer Positionen, wird die prinzipielle Abhängigkeit der Rechtsgeltung von der Moralgeltung vorgeschlagen und durch eine „pragmatische Rechtsontologie“ argumentativ plausibilisiert.
Die Abhandlung kulminiert sozusagen schließlich im vierten Teil, der durch die synthetisierende Verwertung der erhobenen Befunde eine philosophisch-transzendentalpragmatische Analyse und Interpretation von § 16 ABGB unternimmt, wobei sein anvisiertes Ziel auch im Aufweis einer möglichen Letztbegründetheit und somit „Grundnormtauglichkeit“ des § 16 besteht."
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