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Edda Weiß (Eds.)

Die nationalsozialistische Judenverfolgung in der Provinz Brandenburg 1933-1945



Reihe: Akademische Abhandlung zur Geschichte
ISBN 978-3-89700-361-3
2003
Preis: 49,90 €
390 Seiten

Buchcover


Abstract


... ist es ein Verdienst der Verfasserin, mit ihrer Arbeit erstmals einen so umfassenden Einblick in die Verfolgung der Juden in der Provinz Brandenburg gegeben zu haben. Gerade für die an der Lokalgeschichte interessierten Leser wird die Untersuchung einen wichtigen Stellenwert haben und sicher auch Ausgangs- und Anregungspunkt sowie Quellengrundlage für die weitere Beschäftigung mit diesen Fragen sein. Potsdam, Irene Diekmann
Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands (Zeitschrift für verglei- chende und preußische Landesgeschichte), Band 51, 2005, S.329




Gleichgültigkeit und Eigennutz
Eine Studie untersucht erstmals die Judenverfolgung zur NS-Zeit in der Provinz Brandenburg: Gleichgültigkeit und Beteiligung der Bevölkerung überwog vereinzelten Widerstand
"Für heutige Brandenburger peinlich oder gar schmerzlich". Zu diesem Urteil kommt der Historiker Prof. Wolfgang Wippermann in seinem Vorwort zu der jüngst erschienenen Studie "Die nationalsozialistische Judenverfolgung in der Provinz Brandenburg 1933-1945"
Edda Weiß von der FU Berlin hat mit ihrer Arbeit nicht nur eine Forschungslücke geschlossen, sie hat auch ein leidiges Stück Geschichte aus der Versenkung hervorgeholt. Wippermann kommt aufgrund der Ergebnisse der Studie zu dem Schluss, das Brandenburg in der NS-Zeit zu einer "Hochburg des Antisemitismus" wurde. Die Provinz war nicht wie andere ländliche Gebiete - etwa Nordhessen und Franken - schon im Vorfeld stark antisemitisch, auch ein religiös geprägter Antisemitismus war hier nicht anzutreffen. Doch in der Folge der NS-Propaganda und Hetzte kam es schon 1933 und 1935 auch in Brandenburg zu antisemitischen Terrorwellen.
Edda Weiß zeigt in ihrer Studie die Rolle der lokalen und regionalen Behörden bei der Judenverfolgung auf, lässt Zeitzeugen und Opfer zu Wort kommen und fragt vor allem auch nach dem Verhalten der nichtjüdischen Bevölkerung. Sie führt diverse Formen von Komplizenschaft und Beteiligung der Brandenburger an der Verfolgung auf und sucht nach deren Motivation. Zum einen habe eine Konkurrenzangst gegenüber jüdischen Händlern den Ausschlag zur Beteiligung an Boykottkampagnen gegeben, zum anderen macht die Autorin die Großstadtfeindlichkeit als ein weiteres Charakteristikum des Antisemitismus in Brandenburg aus. Das akribisch in Archiven und Dokumenten recherchierte Material spricht von heftiger Agitation gegen Juden als Kur- und Sommergäste, als potentielle Besitzer von Grundeigentum oder als Insassen von jüdischen Heimen und Landwerken.
Das Buch von Edda Weiß zeichnet einen Prozess nach, der von einer zunächst ausgesprochen ambivalenten Haltung etlicher Brandenburger zu den antijüdischen Maßnahmen des NS-Regimes unter rasch voranschreitender Depersonalisierung der jüdischen Bevölkerung zu einer weitgehenden Ignoranz gegenüber deren Schicksal mündete.
Zwar habe das Regime den "statischen Hass" gegen Juden in Brandenburg nicht in einen "dynamischen Hass" umwandeln können. Doch neben der passiven Gleichgültigkeit, mit der die Verdrängung der Juden von vielen Menschen in der Mark hingenommen worden sei, kommt die Historikerin zu dem Schluss, dass sich etliche Brandenburger auch aktiv an den Pogromen beteiligten. Im Falle des Novemberpogroms von 1938 "indem sie plünderten und sich des jüdischen Eigentums bemächtigten". Beamte der regionalen und lokalen Verwaltungsbehörden, Berufskollegen, Nachbarn und Mitbewohner hätten einen vielfältigen Beitrag dazu geleistet, die Juden aus allen Bereichen des Lebens zu verdrängen und die Provinz "judenfrei" - wie die Frankfurter Oderzeitung am 22. Juni 1943 triumphierend verkündete - zu machen. Als ein entscheidendes Motiv dafür, die Judenverfolgung des Regimes mitzutragen, nennt Edda Weiß materiellen Profit. Dies habe von der Ausschaltung jüdischer Konkurrenz, über die Aneignung von freigewordenen Wohnungen und Häusern bis zu Plünderungen gereicht.
Ein düsteres Beispiel dafür ist die nachgewiesene Beteiligung von Einwohnern beim Überfall auf das jüdische Kinderheim in Caputh. Angeführt von der SA drangen am Morgen des 10. Novembers 1938 Caputher in das Heim ein, unter der Leitung des Dorfschullehrers schlossen sich Schulkinder den Zerstörungen an. Ein Zeitzeuge erinnert sich, wie "einige Frauen sämtliche Schränke aufrissen und nach Wertgegenstände suchten". Fanden sie nichts, warfen sie der Darstellung nach alles wütend aus dem Fenster. Nach dem Pogrom fehlten nicht nur Betten, Wäsche und Kleider sondern auch Wertsachen wie Schmuck und Wertpapiere. Ein Zeitzeuge wertete den Vorfall als "nicht spontan sondern gezielt und geplant". Die beteiligten Kinder hätten allerdings nicht aus eigener Initiative geplündert, sondern seien dazu angestiftet worden.
Arbeitet man die vielen ausführlichen Kapitel von der Machtübernahme der Nazis bis zu den Deportationen ab 1942 durch, ergibt sich allerdings ein differenzierteres Bild. Sowohl bei der von der NS-Basis angeheizten Terrorwelle von 1935 als auch beim Novemberpogrom 1938 gab es zahlreiche Brandenburger, die mit den Vorgängen nicht einverstanden waren. Die Terroraktion des Jahres 1935 stießen laut Lageberichten aus Potsdam und Frankfurt/Oder bei den "übrigen Volksgenossen vielfach auf Verständnislosigkeit, ja sogar auf Widerstand." Die "Judenfrage" als Programmpunkt des NS-Staates schien in den 30er Jahren bei den Brandenburgern wenig populär zu sein, auch stellten NS-Dienststellen immer wieder fest, dass sich die Landbevölkerung nur schwer davon abhalten ließ, bei jüdischen Händlern einzukaufen. Hier wird auch deutlich, wie sehr das Regime der Propaganda bedurfte, um die Menschen von der Judenverfolgung zu überzeugen. Den Verwüstungen der so genannte "Reichskristallnacht" sahen manche Passanten weinend und voll Scham zu. Aus Potsdam ist überliefert, dass Maimi von Mirbach mit etlichen Potsdamer Juden bis zu deren Deportation demonstrativ gesellschaftlich verkehrte. Schließlich bleiben dies aber Einzelfälle. Die Gleichgültigkeit gegenüber der Judenverfolgung überwog. Was sich zum einen auch mit der Angst vor Repressionen erklären dürfte. Daneben scheinen die Nürnberger Rassengesetze von 1935 ein Wendepunkt zu sein. Im Gegensatz zu "wildem" antijüdischem Terror wurden die Rassengesetze als "formal legale Rechtssprechung" begriffen, die die Ausgrenzung der Juden rechtlich legitimierten.
Am Ende bleibt ein vielfach widersprüchliches Bild von der Haltung der Brandenburger zur Judenverfolgung. Manche Äußerung spricht allerdings für sich. So untersagt beispielsweise der Regierungspräsident von Potsdam den Gemeinden im Dezember 1935 ein eigenständiges Vorgehen bei der Verfolgung. Was allerdings nicht als Ablehnung dieser zu verstehen war. "Ich bin mir z.B. der Unzuträglichkeiten, die sich aus einer Benutzung gemeindlicher Badeanstalten durch Juden ergeben können, bewußt", fügt der Regierungspräsident seinen Worten an. Jan Kixmüller
Potsdamer Neueste Nachrichten 14.4.04




"Was niemand wissen wollte"
"Der Regierungsbezirk ist judenfrei." Das vermeldete am 22. Juni 1943 triumphierend die Frankfurter Oderzeitung. Der kurze Satz setzte den Schlusspunkt hinter ein Verbrechen, das vor aller Augen und mit der Billigung, wenn nicht tätigen Mithilfe vieler Brandenburger geschehen war. Vielleicht ist das auch der Grund, dass erst sechs Jahrzehnte nach diesem schrecklichen Datum eine Untersuchung wie "Die nationalsozialistische Judenverfolgung in der Provinz Brandenburg 1933-1945" in die Buchläden kam. Edda Weiß untersucht darin die Rolle der lokalen und regionalen Beörden bei der Durchsetzung dessen, was die faschistische Zentrale beschlossen hat, und fragt nach der Reaktion der Nachbarn, Arbeitskollegen, Kunden, Klienten, Patienten. Die "Lösung der Judenfrage" spielt sich hier nicht auf einem fernen Stern, sondern in den Dörfern und Städten der Mark ab. Die Quellen der Autorin für ihre Fallstudie sind die Aktenberge der Ämter die offiziellen Bekanntmachungen, aber auch die Denunziationen, die Hetze in den zeitgenössischen Publikationen, der Blick in private Fotoalben. Sie filtert heraus, "was niemand wissen wollte". Anni Geisler
Brandenburger Blätter, Seite 15, 17.Oktober 2003


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978-3-89700-361-3 Die nationalsozialistische Judenverfolgung in
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