Abstract
"Überkommene Begriffe zur Bezeichnung von Hirnfunktionen stehen auf dem Prüfstand. Sie werden gewogen - und einige davon als „zu leicht“ befunden.
Auf 330 Seiten und unter Auswertung von über 800 neurowissenschaftlichen Arbeiten entwirft der Autor ein neues semantisches Konzept zur Überwindung der „Erklärungslücke zwischen Hirn und Geist“, die von einigen Philosophen gegenwärtig herausgestellt bzw. betont wird. Bewusstsein und spezielle Hirnfunktionen lassen sich durch die entwickelten neuen Begriffe als Einheit erfassen.
Dreh- und Angelpunkt des Buches ist der Begriff Ditma (durch Diskrepanz und Transmittersysteme modulierte neuronale Aktivität). Diskrepanz meint grob gesehen alle Veränderungen elektrischer Potentiale soweit sie mit Aktivaten zusammenhängen. Ditma umfasst physiologische und psychologische (bewusstseinsmäßige) Hirnprozesse gleichermaßen; ein Abstraktionsgrad, der sich nur noch mit dem des Begriffes Photon vergleichen lässt, der sowohl für die Teilchen- als auch für die Wellennatur des Lichtes steht.
Die Ditma-Konzeption, man kann sie mit Recht als eine allgemeine Theorie der Neurowissenschaft bezeichnen, wirft auch Licht auf solche komplizierten Fragen wie die Willensbildung und die Natur des Schmerzes und führt sie mit Akribie zu Lösungsansätzen. Der Inhalt des Buches beschränkt sich jedoch keineswegs auf die erwähnten Probleme. Fragen der Beziehbarkeit wissenschaftlicher Termini auf die Ausdrücke der Umgangssprache werden ebenso untersucht wie die Phänomene des Träumens und der Hypnose.
Aus den über 70 Thesen des Ditma-Konzeptes ergeben sich bezüglich der Verifizierbarkeit bzw. Falsifizierbarkeit zahlreiche Anregungen für Diplom-, Dissertations- und andere wissenschaftliche Arbeiten.
Dieser Titel wendet sich vorwiegend an Neurowissenschaftler, Psychologen, Mediziner, Psychiater und Philosophen sowie Studierende dieser Fachrichtungen, er kann aber auch für Interessierte aus Biologie und Pädagogik von Nutzen sein. Ein Werk, das man gründlich lesen und überdenken sollte.
Wer die Mühe nicht scheut, sich mit den Feinheiten der konzertierten Aktionen unserer kleinen grauen Zellen vertraut zu machen, für den werden sich neue und wahrscheinlich überraschende Einsichten in das Wesen des eigenen Ichs erschließen und unser Standort im Naturgeschehen wird deutlicher werden."
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