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Gajda, Oliver

Katharina II. von Russland im Diskurs der Sexualität


Mittelbare Einflüsse narrativer Fiktion auf Geschichtsschreibung


Reihe: Akademische Abhandlung zur Geschichte
ISBN 978-3-89700-346-0
2002
Preis: 24,90 €
130 Seiten

Buchcover


Abstract

"Gajda stellt fest, daß das Sexualleben Katharinas IL kein Gegenstand der historisch-biographischen Literatur ist. Wenn es Anklänge gibt, beruhen sie auf fiktiven Erzählungen. Um dieses Sujet in den Rang wissenschaftlich akzeptierter Quellen zu erheben, bedarf es einer theoretischen Grundlage.
Der Autor betrachtet die verwendeten Quellen im Sinne von Foucault als Produkt eines Diskurses. Die Inhalte werden von realen Ereignissen gelöst und als imaginäre Ereignisse definiert. Demnach wird die narrative Fiktion nicht nur als Produkt eines Diskurses, sondern als Teil des Diskurses selbst verstanden. Mit dieser Methode glaubt Gajda die Möglichkeit geschaffen zu haben, "fiktive Darstellung der nicht-fiktiven Darstellung innerhalb des Diskurses gegenüberzustellen" (S. 99).
Von dieser konstruierten soziologischen Ausgangsbasis her untersucht Gajda in sieben Hauptabschnitten die bestehenden Forschungen zum Leben Katharinas II., die narrative Fiktion im historischen Diskurs, den Diskurs der Sexualität, die Gestalt als Instrument der Analyse und die Analyse der narrativen Fiktion. Aus den Ergebnissen der Analyse ist hervorzuheben, daß der Verf. den Begriff "Gestalt" einführt. Der Begriff ermöglicht es ihm, "die obszöne narrative Fiktion" über Katharina II. daraufhin zu untersuchen, ob es sich dabei "um einen nichtrationalen Bedeutungszusammenhang" handelt, der sich den traditionellen Forschungsmethoden der Geschichtswissenschaft entzieht (S. 100).
Er gelangt zu dem Schluß, daß eine "Gestalt" ein "gemeinschaftliches Bündnis" ist, das auf "Glauben" und nicht auf "Wissen" basiert. Darum kann eine Analyse auch nicht mit den Regeln der "Vernunft" nach den Motiven der jeweiligen Autoren narrativer Fiktionen suchen.
Gajda hofft, daß sich fiktive und nicht-fiktive Darstellung in der historischen Forschung (auch zum Sexualleben Katharinas II.) gegenseitig beeinflussen werden, d.h., "daß narrative Fiktion innerhalb eines Diskurses auf Wissenschaft und soziale Normen ebenso einwirkt, wie umgekehrt" (S. 102-103). Die traditionelle Geschichtswissenschaft müsse sich die Frage stellen, wie mit einer solchen Situation umzugehen sei und mit welchen historischen Ansätzen entsprechende Einflüsse untersucht werden könnten." Detlef Jena, Paris, Rockau. Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 52 (2004) H. 4.



"Catherine II, Empress of Russia, was one cl the most important members on the European political landscape of the 1 8th Century. Today, some 200 years later, her political and cultural achievements are well researched and accessible via many academic works. However, the popular depiction of the Empress remains full of obscenities. For example, the German political Weekly Der Spiegel wrote of the "Love nest of the Empressess'" -pornographic rarity" in which Catherine II is supposed to have entertained male guests - while the financial daily The Wall Street Journal wrote about Catherine II in Spring 2002, that the "horse story" may well be the best known piece of European history.
This work is analysing the distribution of narrative fiction on the basis of discourse analysis and sociological theories. The findings of this work question the importance of the hermeneutical approaches of traditional history: What are the relations between academic history and fictional narratives?"


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978-3-89700-346-0 Katharina II. von Russland im Diskurs der Sexualität 24,90 €

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