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Niederleitner, Heinz

"Vergatterung der Patrioten"


Das Medienereignis Schönau-Krise 1973 - eine kommunikationsgeschichtliche Analyse


Reihe: Akademische Abhandlung zur Kommunikationswissenschaft
ISBN 978-3-89700-336-1
2002
Preis: 34,90 €
242 Seiten

Buchcover


Abstract

"Die Arbeit ist dem Konzept der Kommunikationsgeschichte verpflichtet, sie versucht also, eine Verbindung herzustellen zwischen den gesellschaftlichen Strukturen und dem „Aussehen“ und Ablaufen von öffentlicher Kommunikation. Im vorliegenden Fall wird dies exemplarisch am Medienereignis der so genannten „Schönau-Krise 1973“ untersucht. Am 28. September 1973 kam es am Grenzbahnhof Marchegg zu einem terroristischen Überfall zweier Palästinenser auf jüdische Emigranten aus dem Ostblock. Die Geiselnahme konnte relativ rasch unblutig beendet werden, doch in der einen Woche bis zum Ausbruch des Yom-Kippur-Krieges in Israel war die Reaktion der österreichischen Bundesregierung und vor allem des Bundeskanzlers Kreisky auf die Geiselnahme, nämlich die Schließung des Durchgangslagers für jüdische Migranten im Schloss Schönau, Kern einer österreichischen wie internationalen medialen Auseinandersetzung. Aus der im Vergleich zu anderen terroristischen Aktivitäten relativ glimpflich ausgegangenen Geiselnahme entwickelte sich ein enormes Medienereignis, das Untersuchungsgegenstand der Arbeit ist. Die Arbeit besteht aus sieben Teilen: Eine Einleitung führt in die Fragestellung und die Herangehensweise der Arbeit ein. Der zweite Teil thematisiert einerseits die Presse als Quelle für die Geschichtswissenschaft, begründet andererseits theoretisch, warum vergangene Ereignisse „aktuell“ sein können (Konzept der latenten Aktualität) und versucht, die Beziehungen zwischen Österreich und den Juden insbesondere nach der Shoah als Beispiel für latente Aktualität vor diesem historischen Hintergrund darzustellen. Ein kurzer Abschnitt skizziert das Ereignis der Schönau-Krise und seine politischen Hintergründe. Die Teile vier und fünf thematisieren die äußeren und die inneren Strukturen des Medienereignisses Schönau-Krise: Die äußeren Strukturen, das sind vor allem die politischen wie gesellschaftlichen Determinanten Österreichs in der „Ära Kreisky“, aber auch Bruno Kreisky, der diese Zeit wie keine andere Persönlichkeit verkörperte, wird in seinen verschiedenen Berührungspunkten zum Thema (jüdische Herkunft, seine Beziehungen zu Israel und als „Journalistenkanzler“) untersucht. Mit den inneren Strukturen sind das Mediensystem und vor allem die sieben österreichischen und acht internationalen Tageszeitungen gemeint, die für die Analyse ausgewählt wurden. Auf österreichischer Seite sind dies einerseits wichtige unabhängige Medien sowie drei Parteizeitungen. Als internationale Medien wurden acht maßgebliche Journale wie die New York Times, die Neue Zürcher Zeitung, die Jerusalem Post und Le Monde ausgewählt. Alle 15 Zeitungen werden in ihrer Entstehung und in den sie umgebenden politischen und/oder ökonomischen Spannungsfeldern kurz dargestellt. Im Analyseteil (Teil sechs) wird das Medienereignis Schönau-Krise schließlich quantitativ und qualitativ untersucht. Dazu wird neben einer quantifizierenden Inhaltsanalyse auch die hermeneutische Textinterpretation und die kritische Diskursanalyse verwendet. Die Zusammenfassung als siebenter und abschließender Teil der Arbeit bringt die Grundfragestellung, nämlich das Verhältnis zwischen Strukturen und Berichterstattung auf den Punkt und stellt im Rückgriff auf Teil zwei Schlussfolgerungen in Bezug auf die Presse als Geschichtsquelle an."


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978-3-89700-336-1 Vergatterung der Patrioten 34,90 €

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