Abstract
"Ideomotorische Bewegungen treten im Alltag häufig auf, z.B. im Kino, als Beifahrer im Auto oder beim Beobachten eines Fußballspiels. Allgemein werden Bewegungen als ideomotorisch bezeichnet, wenn sie unwillkürlich ausgeführt und durch die Wahrnehmung einer für den Beobachter interessanten Situation beeinflusst werden. Zum Beispiel tritt man als Beifahrer in einer kritischen Verkehrssituation gerne mit dem Fuß auf das Bodenblech obwohl der Wagen dadurch sicher nicht zum Stehen gebracht wird. Trotz der Vertrautheit diese Situation existieren überraschend wenige Studien, die diesen Effekt in einem standardisierten Kontext untersucht haben - die zu Grunde liegenden Faktoren sind weitgehend unbekannt.
In dem vorliegenden Titel werden neben einem umfassenden Überblick über bisherige Untersuchungen zwei Induktionsprinzipien gegenübergestellt, die das Auftreten von ideomotorischen Bewegungen verursachen können: perzeptuelle und intentionale Induktion. Perzeptuelle Induktion bezeichnet den direkten Einfluss der Wahrnehmung auf die Handlung – die Wahrnehmung steuert so zu sagen die unwillkürlichen Handlungen. Dagegen beschreibt intentionale Induktion die Bedeutung des Ziels bzw. der Zielerreichung für den Beobachter – in diesem Fall wird die Handlung durch die Intention des Beobachters gesteuert.
In sechs Experimenten wird differenziert, wie die Beobachtung eines sich bewegenden Reizes (perzeptuelle Induktion) und die Zuweisung von Zielen in einer beobachteten Szene (intentionale Induktion) das Auftreten der unwillkürlichen kompensatorischen Bewegungen beeinflussen können."
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