Abstract
Unter dem italienischen Faschismus wurden südlich von Rom neue Städte in den ehemaligen Pontinischen Sümpfen gegründet. Diese faschistischen Retortenstädte verknüpften neue sozialpolitische Modelle mit dem Drang der Selbstdarstellung des Regimes. Littoria (heute Latina) stand dabei als erste realisierte Stadt im Rampenlicht der Aufmerksamkeit. Die Patenschaft des Duce über die Provinz, berühmte Besucher aus aller Welt und die monumentale Architektur wurden nach dem Zusammenbruch der Diktatur weit gehend vergessen. Die Erinnerungskultur im heutigen demokratischen Italien stellt daher ein zweischneidiges system dar, zwischen offener Ablehnung und verklärter Romantik.
|