Abstract
Im Zentrum der aktuellen baulandpolitischen Diskussion stehen seit einiger Zeit Vorschläge zur Ergänzung des raumplanerischen Koordinationsinstrumentariums durch Integration ökonomischer Lenkungsverfahren. Der Band greift diese Diskussion auf und berichtet in mehreren Beiträgen über die Chancen eines reformierten kommunalen Finanzausgleichs, die Möglichkeiten einer Neuausrichtung der Wohnungsbauförderung an den Zielen der Raumordnung und die Eignung marktanaloger Instrumente zur Steuerung des Baulandangebotes.das rathaus 7/8 2001
Wenn auch vom Erscheinungsjahr nicht mehr taufrisch, sind doch die Inhalte und dargestellten Ergebnisse nach wie vor aktuell.
Der Band stellt ein Kompendium mit Beiträgen zahlreicher Autoren (von Aring bis Ziegenhagen) dar, die sich in den letzten Jahren zu den Themen der regulativen Steuerung des Siedlungsflächenverbrauchs, Ressourcenschutz im Rahmen regionaler Konzepte und Planungen sowie regionalen Kooperationen geäußert haben. Dieser Band fokussiert die jeweiligen Forschungsergebnisse und Erfahrungen auf die Baulandbereitstellung. Als Ausgangslage werden die Ziele und Begründungszusammenhänge in Form kompakter Zahlen zur Siedlungsentwicklung in Verdichtungsräumen mit Überlegungen für eine angebotsorientierte Baulandpolitik und deren Folgerungen für Kommunal- und Regionalpolitik vermittelt. Dazu gehören Betrachtungen über die Bodenwertentwicklung durch Bauleitplanung einerseits und Bodenmanagement andererseits.
In einem weiteren Abschnitt wird ein Fächer von Instrumenten und Erfahrungen mit regionalen flächenbezogenen Ausweisungen auf die kommunale Planung und die Umsetzung in unterschiedlichen Verdichtungsräumen beleuchtet, einschließlich der Auseinandersetzung mit Dichte- und Richtwerten gegenüber qualitativen Kriterien für die Siedlungsflächenentwicklung.
Im Weiteren wird der Umgang mit alten und neuen Konzepten und Leitbildern (wie Zentrale-Orte-Konzept) sowie der neue Plantyp des regionalen Flächennutzungsplan und Methoden der Datenbewertung (Baulandpotenzialmodelle, Boden-Wert-Bilanz) erörtert.
Die Beiträge im letzten Abschnitt befassen sich mit finanziellen Steuerungsmöglichkeiten. Deutlich wird der vielerorts vorhandene Umfang an Reserveflächen angesprochen, der nur bedingt dazu beiträgt, das Management von flächenhaften Wachstumsprozessen einerseits, aber auch das Management von sozialen und ökonomischen Schrumpfungsprozessen zu forcieren. Die Umsetzungsproblematik bleibt auf der kommunalen Ebene bestehen, d. h. die Datenbewertung und die darauf aufbauenden Konzepte und Planungen greifen nur mit intensiver Beteiligung der Kommunen. Geht es zukünftig darum, das Ziel der Reduktion von SiedIungs- und Verkehrsflächenwachstum voran zu treiben, sind die kommunalen Planungsentscheidungen diesem anzupassen. Marktwirtschaftliche Schutzstrategien, wie die Einrichtung von öffentlich getragenen Programmen zum Ankauf von Bebauungsrechten, von gemeinnützigen Flächenschutzfonds oder übertragbaren Bebauungsrechten in den USA sowie Programme handelbarer Ausgleichszertifikate - so Einig - bieten Ansatzpunkte der Verknüpfung dieser marktkonformen mit bestehenden raumplanerischen Instrumenten. Deren juristische Tragfähigkeit (kommunale Planungshoheit) und politische Akzeptanz bleibt im Weiteren zu prüfen.
Mit der Vielfalt der angesprochenen Aspekte und durchaus auch kontroversen Argumentationslinien, trägt das Buch anregend zur Debatte um regionalisierte Entscheidungsebenen und -gremien bei. Jeder Beitrag endet mit einem meist umfangreichen Literaturverzeichnis, auch darin liegt Qualität dieses Bandes. Sabine Baumgart Bremen. Planerin, Heft 1, März 2002
Der Sammelband gibt einen Überblick zum Stand von Theorie und Praxis in der regionalen Koordination von Baulandausweisungen. Nach einführenden Beiträgen zur Baulandpolitik dokumentieren Berichte aus der Planungspraxis Erfahrungen in der Stadt- und Regionalplanung. Anschließend werden wissenschaftliche Koordinationsansätze im Detail untersucht. Nach einer Systematisierung der regionalen Organisations- und Kooperationsformen wird der klassische Steuerungsansatz des Zentrale-Orte-Systems hinsichtlich seiner heutigen Bedeutung abgeschätzt, Trends des regionalen Freiraum-Schutzes werden aufgezeigt, und die Möglichkeiten des regionalen Flächennutzungsplans werden diskutiert. In den folgenden Beiträgen werden Informationsinstrumente vorgestellt, die in Theorie und Praxis als Hoffnungsträger gelten. Baulandpotenzialmodelle und ein Verfahren zur Optimierung von Standortentscheidungen, die Boden-Wert-Bilanz, werden erörtert. Der Band greift die Diskussion über Vorschläge zur Ergänzung des aktuellen raumplanerischen Koordinationsinstrumentariums durch Integration ökonomischer Lenkungsverfahren auf und berichtet über die Chancen eines reformierten kommunalen Finanzausgleichs, die Möglichkeiten einer Neuausrichtung der Wohnungsbauförderung an den Zielen der Raumordnung und die Eignung marktanaloger Instrumente zur Steuerung des Baulandangebotes. - (n. Verf.) Referateblatt zur Raumentwicklung, Heft 4, 2001/301
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