Abstract
Die Qualitätsforderungen an ein Werkstück sind hauptsächlich mit den in der Zeichnung eingetragenen Toleranzen festgelegt. Dabei bereiten Form- und Lage- toleranzen in der Praxis die größten Probleme. Bei fehlender oder unzureichender Form- und Lagetolerierung entspricht das Werkstück zwar der Zeichnung, ihre Funktion ist aber nicht erfüllt. Somit ist eine gesicherte Fertigung nicht möglich. Wenn dagegen die Zeichnung korrekt ist, aber der Lieferant die Form- und Lagetolerierung falsch interpretiert, entsteht Ausschuß.
Für den Lieferanten ergibt sich daraus die Aufgabe, die Zeichnung des Kunden auf Vollständigkeit und Eindeutigkeit der Form- und Lagetolerierung sowie auf ihre fertigungs- und prüftechnische Umsetzung zu überprüfen; ggf. muß er Verbesserungsvorschläge einbringen.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden daher zunächst die Zusammenhänge zwischen der Tolerierung und den Qualitätsmanagementelementen (QM-Elementen) nach DIN EN ISO 9002 analysiert. Hierbei ergab sich, daß die QM-Elemente Vertragsprüfung, Prozeßlenkung, Prüfungen, Prüfmittelüberwachung, Korrektur- und Vorbeugungs- maßnahmen, Lenkung von Qualitätsaufzeichungen, Schulung sowie das QM-Element statistische Methoden eine enge Beziehung zur Tolerierung haben. Für diese QM-Elemente wurden QM-Aufgaben festgelegt. Ausgehend davon wird eine Methodik entwickelt.
Die vorliegende Methodik umfaßt 5 Schritte:
1. Überprüfung der Zeichnung auf die qualitativ richtige Toleranzfestlegung,
2. Überprüfung der Herstellbarkeit eines Bauteils gemäß Zeichnung,
3. Überprüfung der Prüfbarkeit eines Bauteils gemäß Zeichnung,
4. Erstellung der Arbeits- und Prüfpläne unter Berücksichtigung aller toleranzrelevanten Tätigkeiten,
5. Erstellung und Archivierung der gesamten Dokumentation.
Die vorgestellte Methodik ermöglicht dem Unternehmen (Lieferanten) die systematische Überprüfung der Kundenzeichnung auf Vollständigkeit und Eindeutigkeit sowie auf ihre fertigungs- und prüftechnische Umsetzbarkeit. Damit werden die Qualitätsforderungen als Voraussetzung für die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9000 ff. erfüllt.
Die vorliegende Methodik kann zukünftig für ein Unternehmen in der Produktion zur Umsetzung der Werkstücktolerierung verwendet werden.
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