Starke, Thomas
"'Naturspielräume auf Stadtbrachen' - Potentiale und Nutzungskonzepte"
Reihe:
Akademische Abhandlung zur Raum- und Umweltforschung
ISBN: 978-3-89700-209-8
1999
Preis: 49.90 €
520 Seiten
Abstract
Der heutige Lebensalltag von Stadtkindern ist im allgemeinen von einem Mangel an Spielraum sowie durch das weitgehende Fehlen von Gelegenheiten zu authentischer Naturerfahrung geprägt. Weil Stadtbrachen zum einen oft nahezu ideale Bedingungen für naturbezogenes Kinderspiel aufweisen und zum anderen gemeinhin in beachtenswerter Größenordnung auftreten, bietet die Freiflächenkategorie "Stadtbrache" offenbar wichtige Potentiale, bestehende Spielraumdefizite auszugleichen.
Ausgehend von diesen Erkenntnissen untersucht die Arbeit in den 5 nordrhein-westfälischen Städten Castrop-Rauxel, Gevelsberg, Hamm, Münster und Düsseldorf, wieviele für das natur-bezogene Kinderspiel geeignete Stadtbrachen im derzeitigen städtebaulichen Bestand der Untersuchungsstädte vorhanden sind. Hierzu wird ein spezielles Bewertungs- und Kartierverfahren erarbeitet und angewendet.
Die Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, daß nahezu sämtliche bestehende kommuna-le Spielflächendefizite durch eine Umwidmung "spielraumgeeigneter" Stadtbrachen in "Naturspielräume" in quantitativer Hinsicht kompensierbar sind. In besonders großem Umfang ist dies in den Niedrigpreisgebieten der Städte möglich.
Als Ergebnis einer Diskussion gängiger städtebaulicher Leitbilder wird zunächst der program-matische Synergismus zwischen Jugendhilfe und Stadtnaturschutz aufgezeigt. Darauf aufbauend werden im Rahmen des Nutzungskonzeptes zwei grundlegende Handlungsprinzipien für die planerische Durchsetzung eines künftig verstärkten Freiflächenerhalts von Stadtbrachen formuliert. Anschließend werden Anpassungen planungsrelevanter Vorschriften vorgeschlagen, durch welche diese beiden Handlungs- prinzipien aufgegriffen werden können.
Das seit 1998 geltende "neue" Baugesetzbuch schafft neue Handlungsspielräume für die Verknüpfung von naturschutzrechtlicher Eingriffsregelung mit einer konzeptionellen Planung und Anlage naturbetonter Spielflächen. Weitere Planungsansätze werden in einer Einführung des Stadtökologischen Beitrags in das nordrhein-westfälische Planungsrecht sowie einer Neustrukturierung des Verfahrens zur Grundflächen- besteuerung gesehen.
Abschließend werden konkrete, für kommunales Verwaltungshandeln bestimmte Möglichkeiten aufgezeigt, wie eine Umwidmung von Stadtbrachen in "Naturspielräume" erfolgreich umgesetzt werden kann. Besonders behandelt wird dabei das Problemfeld bauleitplanerischer Restriktionen und spezieller Haftungsfragen. Es werden aber auch Handlungsspielräume zur bauplanungsrechtlichen Flächensicherung sowie zur Sicherung ihrer Verfügbarkeit für Kinder aufgezeigt. Schließlich werden Entwicklungs-, Gestaltungs- und Pflegegrundsätze erarbeitet, die objektplanerisch zu konkreten Einzelfallplanungen verdichtet werden können. Diese Grundsätze greifen als wichtige Faktoren ein naturschutzfachlich sinnvolles Biotopmanagement sowie eine Herstellung ausreichender Spielsicherheit auf.
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