Lock, Stefan
Ostdeutsche Landtagsabgeordnete 1990 - 1994
Vom personellen Neubeginn zur politischen Professionalisierung?
Reihe:
Akademische Abhandlung zur Soziologie
ISBN: 978-3-89700-060-6
1998
Preis: 34,90 €
225 Seiten
Abstract
Im Jahre 1990 mußten im Zuge des Beitritts der DDR zum Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland innerhalb kürzester Zeit über 500 Abgeordnete gefunden werden, um die neu geschaffenen Landtage von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit politischem Leben füllen zu können. Bei den zweiten Landtagswahlen im Jahre 1994 konnte etwa die Hälfte dieser Abgeordneten ihren politischen Karriereweg fortsetzen, 185 Abgeordnete gelangten im Zuge von innerparteilichem Kandidatenaustausch und veränderten Mehrheits- verhältnissen erstmalig in ein Landesparlament. Der vorliegende Titel präsentiert eine empirische Untersuchung der Karrierewege der 1990 und 1994 gewählten Landtags- abgeordneten. Basis dieser Untersuchung sind die Biographien von insgesamt 671 Politikern.
Im Mittelpunkt stehen zwei Fragenkomplexe:
- Inwieweit weisen die ostdeutschen Landtagsabgeordneten in ihren Biographien Bindungen an das ancien régime der DDR auf? Finden sich Mitglieder der alten DDR-Elite nach 1990 als politische Repräsentanten in einem der neuen Parlamente? Inwieweit haben auf der anderen Seite die Protagonisten der Protestbewegung und des politischen Umbruchs nach 1990 ihre politischen Karrieren als Landespolitiker fortgesetzt?
- Richten die ostdeutschen Abgeordneten ihre Karrieren nach 1990 darauf aus, nicht nur „für die Politik“ sondern auch dauerhaft von ihr leben zu können? In welchem Maße nehmen die Abgeordneten neben ihrem Mandat sonstige politische und gesellschaftliche Funktionen wahr? Inwieweit lassen sich ihre Karrierewege nach 1990 mit denen westdeutscher Parlamentarier vergleichen? Sind die ostdeutschen Landtags- abgeordneten zum Bestandteil der „politischen Klasse“ in Deutschland geworden?
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