Enke, Dr. med. Martina Christine
Über die Bedeutung des Tabaks in der europäischen Medizin vom 16. bis ins 20. Jahrhundert
Reihe:
Akademische Abhandlung zur Geschichte
ISBN: 978-3-89700-048-4
1998
Preis: 49,90 €
600 Seiten
Abstract
Wohl kaum eine andere Kulturpflanze mit pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffen wurde über die Jahrhunderte hinweg weltweit so kontrovers diskutiert wie der Tabak. Seine Geschichte als Genußmittel ist hinlänglich bekannt, jedoch nur wenige Autoren haben sich mit der Rolle des Tabaks in der europäischen Medizin auseinandergesetzt.
Mit dieser Monographie liegt erstmals eine detaillierte chronologische Darstellung vor, die die wechselvolle Geschichte des Tabaks von seinen Anfängen als kostspielige und begehrte Panazee bis zu seiner Verurteilung als wichtigste einzelne Ursache von Krankheit und vorzeitigem Tod aus medizinischer Sicht schildert. Berücksichtigt ist dabei auch das sich im Verlauf der Jahrhunderte immer wieder ändernde soziale Umfeld, welches Art und Verbreitung des Tabakkonsums entscheidend beeinflußt hat.
Ausgehend von der Tabakverwendung in Amerika und den ersten Nachrichten darüber schildert die Autorin den Aufstieg des Tabaks zum Allheilmittel in Europa, dem im 17. Jahrhundert eine Wirkung sogar gegen die Pest zugebilligt wurde. Um die Wende zum 18. Jahrhundert galt Tabak als Standardtherapeutikum. Gleichzeitig wurden auch seine toxischen Wirkungen erkannt, und erste ärztliche Warnungen vor dem hedonistischen Tabakkonsum folgten: Rauchen, Schnupfen und Kauen wurden als Ursache für die unterschiedlichsten Erkrankungen ausgemacht.
Eine frühe öffentliche Diskussion pro und contra entspann sich. Als Therapeutikum blieb Tabak jedoch weiterhin beliebt und fand selbst in der Notfallmedizin zur Wiederbelebung Scheintoter Verwendung. Erst im ausgehenden 19. Jahrhundert kündigt sich das Ende der Tabakmedizin an. Die Autorin greift aber weiter aus. Sie geht auf die Folgen des Rauchens, wie sie sich zu Anfang des 20. Jahrhunderts zu zeigen beginnen, ein und spannt den Bogen bis in die Gegenwart.
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